25.01.2005
Die N-Aufnahme des Wintergetreides und –rapses im Herbst war gut. Verfügbarer mineralischer Stickstoff und Schwefel in der Wurzelzone wurde vor Winter von den meist gut entwickelten Beständen nahezu vollständig aufgenommen. Nennenswerte verfügbare N-Gehalte im Boden sind nur bei N-Düngung oder Gülleausbringung im Herbst vorhanden. Selbst bei einem optimalen Vegetationsbeginn ist nicht damit zu rechnen, dass den Pflanzen aus der Mineralisierung frühzeitig und ausreichend verfügbarer Stickstoff (Nmin) zur Verfügung steht. Im Gegenteil – sollten bis Ende Winter stärkere Niederschläge auftreten, würde diese Situation zusätzlich verschärft.
Wintergetreide sollte unter Berücksichtigung der Herbstentwicklung früh und hoch zur 1. N-Gabe gedüngt werden, um bei den meist ausreichend entwickelten Be-ständen Reduzierungen durch N-Mangel zu vermeiden. Mit dem Einsetzen von Wachstumsbedingungen ist ohne N-Düngung schnell mit N- und auch S-Mangel zu rechnen.
Winterraps sollte ein frühzeitiger Start durch die kombinierte Düngung mit Schwefel gesichert werden. In Abhängigkeit von der Witterung und unter Einhaltung der „Guten fachlichen Praxis“ kann mit N-stabilisierten Düngern ab Anfang Feb-ruar bzw. Ende der Vegetationsruhe, mit konventionellen N-Düngern ab Ende Februar/Anfang März gedüngt werden.
Schwefeldüngung – Bodenvorräte sind aufgebraucht
Die S-Düngung von Winterraps sollte nunmehr übliche Praxis geworden sein. Empfehlenswert ist deshalb die Verabreichung einer ausreichenden S-Düngung mit der 1. N-Gabe.
Die guten Wachstumsbedingungen und Erträge des letzten Jahres haben zu hohen S-Entzügen geführt. Wie schon bei Stickstoff können die Bodenvorräte an verfügbarem Schwefel als gering eingeschätzt werden. Weitere stärkere Niederschläge im Winter würden den S-Mangel zusätzlich verstärken. Bei Wintergetreide wird deshalb in Abhängigkeit von den S-Gehalten im Boden schon zur 1. spätestens jedoch zur 2. N-Gabe eine zusätzliche S-Düngung notwendig sein. Da auch zur Aufnahme hoher N-Mengen in der Schoss- und Kornfüllungsphase zur Bildung des Rohproteins ausreichend Schwefel vorhanden sein muss, ist es ebenfalls empfehlenswert, eine kombinierte N-/S-Düngung beispielsweise mit PIAMON® 33-S zur Spätgabe in Winterweizen zu verabreichen. Eine S-Gabe von 20 bis 60 kg/ha je nach Kultur und Bedingungen zu Vegetationsbeginn bis zum BBCH 32 ist empfehlenswert.
PIAMON® 33-S als universell einsetzbarer granulierter schwefelhaltiger Stickstoffdünger ist für alle Gaben bestens geeignet. Mit PIASAN® 24-S und ALZON® flüssig-S stehen außerdem zwei Flüssigdünger zur Verfügung, mit denen neben Stickstoff gleichzeitig ausreichend Schwefel in sofort pflanzenverfügbarer Form bereitgestellt wird. Ihre Anwendung schafft bei dem oft nicht erkennbaren latenten S-Mangel gute Voraussetzungen für eine optimale Ertragsbildung.
Traditionelle Düngung
Mit den Flüssigdüngern PIASAN® 28 und PIASAN® 24-S sowie den granulierten Düngern PIAGRAN® 46 und PIAMON® 33-S stehen Düngemittel mit einem ausgezeichneten Qualitätsstandard zur Verfügung, die bei Einhaltung der „Guten fachlichen Praxis“ allen Anforderungen an eine hohe Nährstoffausnutzung gerecht werden. Die anfangs überwiegende Ammoniumernährung der Pflanzen durch die oben genannten Düngemitteln fördert die Entwicklung eines optimalen Spross-Wurzel-Verhältnisses und beugt zu üppigen Pflanzenbeständen vor, ohne dass diese unter N-Mangel leiden. So geführte Bestände sind auch in der Lage, Wassermangelbedingungen durch eine Frühjahrs- oder Frühsommertrockenheit besser zu bewältigen.
Wintergetreide
Ø Die 1. N-Gabe sollte unter Berücksichtigung der Nmin-Werte früh und vergleichsweise hoch angesetzt werden, um frühzeitig N-Mangel und unnötige Reduzierungen zu vermeiden. Die N-Mengen der 2. und 3. N-Gabe sollten entsprechend der Witterungsverhältnisse (Niederschlag) und der Ertragserwartung angepasst werden.
Ø PIASAN® 28 ist etwas höher anzudüngen. In Auswertung mehrjähriger Ver-suchsreihen sollte entgegen verschiedentlicher Empfehlungen zur eher schossbetonten N-Düngung etwas höhere N-Mengen zu Vegetationsbeginn ausgebracht werden. Als optimal zur 1. N-Gabe bei Flüssigdüngung haben sich N-Mengen von mind. 60 kg/ha N (170 l/ha) erwiesen.
Ø Die Anwendung von Mehrlochdüsen oder Schleppschlauch ab dem Fahnen-blattstadium sichert eine hohe Pflanzenverträglichkeit.
Ø Der besondere Vorteil einer Flüssigdüngeranwendung besteht darüber hinaus in den Kombinationsmöglichkeiten beispielsweise mit Pflanzenschutzmaßnahmen sowie der präzisen und randgenauen Ausbringung. Damit können die immer strengeren Anforderungen bei Abstandsauflagen erfüllt werden.
Winterraps
Ø Bestens geeignet sind die S-haltigen N-Dünger wie PIASAN®24-S und PIAMON® 33-S.
Ø Die 1. N-Gabe erfolgt Ende Februar/Anfang März, die 2. zu Beginn der Streckungsphase.
Ø Steht ausreichend Schwefel aus anderen Quellen (z.B. Kieserit) zur Verfü-gung sind PIASAN® 28 und PIAGRAN® 46 ebenfalls hervorragend geeig-net.
Ø Die Gabenteilung erfolgt zu etwa gleichen Teilen mit einer Betonung der 1. N-Gabe. Die Höhe der 1. N-Gabe sollte jedoch 100 kg/ha N nicht wesentlich überschreiten.
Die Anwendung N-stabilisierter Düngemittel wie
Ø ALZON® flüssig
Ø ALZON® flüssig-S
Ø ALZON® 46 neu
ist besonders empfehlenswert, da eine N-Verlagerung in tiefere Bodenschichten vermieden wird und sie zu einer besonders intensiven Durchwurzelung des Bodens und weiter verbesserter N-Ausnutzung führen. Die Wirkungsweise dieser Dünger gewährleistet bei sofortiger bzw. gleichzeitiger Pflanzenverfügbarkeit den Verbleib des stabilisierten Ammoniumstickstoffs in der Wurzelzone. Besonders angesichts der bisher guten Auffüllung der Bodenwasservorräte besteht bei Anwendung dieser Düngemittel keine Gefahr einer Nitratverlagerung bzw. –auswaschung. Der stabilisierte Ammoniumstickstoff wird auch bei stärkeren Niederschlägen nicht verlagert oder ausgewaschen. Die mit dieser Düngeranwendung zusätzlich verbundene verbesserte Wurzelbildung führt zu einer höheren Wasserausnutzung. Frühjahrs- bzw. Frühsommertrockenheit wird in Verbindung mit den ohnehin höheren Ammoniumstickstoffvorräten in der Bodenkrume besser überstanden und damit der Ertrag abgesichert.
Unter den Bedingungen des Jahres 2005 können folgende Vorteile besonders genutzt werden:
Die Bestände des Frühjahres 2005 erfordern folgende, an die Bedingungen angepasste Düngestrategie mit N-stabilisierten Düngemitteln:
Winterraps
Ø N-Düngung schon ab Anfang Februar spätest jedoch ab Ende Vegetationsruhe unter Beachtung der „Guten fachlichen Praxis“.
Ø Der gesamte N-Bedarf kann in einer Gabe verabreicht werden.
Ø ALZON® 46 neu und PIAMON® 33-S können auch als Mischung in einer Gabe ausgebracht werden. Der Mindestanteil des stabilisierten Düngers in dieser Mischung sollte 100 kg/ha N betragen.
Ø Bei einer witterungsbedingten Verzögerung der Düngung sollten zur 1. N-Gabe ca. 60 kg/ha N eines möglichst S-haltigen nicht stabilisierten N-Düngers (z.B. PIAMON® 33-S, PIASAN® 24-S) verabreicht werden. Etwa 3-10 Tage später folgt die verbleibende N-Menge von mindestens 80 kg/ha in N-stabilisierter Form.
Wintergetreide
Ø Gut bzw. normal entwickelte Bestände von Qualitätsweizen mit ausreichen-der Triebanzahl oder anderes Wintergetreide mit voraussichtlich hoher N-Düngermenge (>160 kg/ha N) erhalten 50-60% vom Gesamt-N-Bedarf kurz vor bzw. zu Vegetationsbeginn.
Ø Lediglich Bestände die eine Herbstdüngung erhalten haben und üppig entwickelt sind, können etwas später und auch etwas verhaltener gedüngt werden.
Ø Der verbleibende N-Bedarf wird, je nach Entwicklung, beginnend vom 2-Knotenstadium bis zum Erscheinen des Fahnenblattes verabreicht und entsprechend der dann einschätzbaren Ertragserwartung nach oben oder unten korrigiert.
Ø Mit Ausnahme des Qualitätsweizens kann Wintergetreide (Gerste, Triticale oder Roggen) bei einer zu düngenden N-Menge <160 kg N/ha in einer Gabe gedüngt werden.
PIADIN® und Gülle als arbeitssparendes Düngesystem
Mit dem Auslaufen der Sperrfrist am 15. Januar besteht die Möglichkeit der Ausbringung von Gülle. Bei kühler Witterung sind die N-Verluste in Form von Ammoniak und die damit verbundenen Geruchsbelästigungen am geringsten. Der zeitliche Abstand zwischen einer frühen Güllegabe und dem Haupt-N-Bedarf der Pflanzen (Mais beispielsweise im Mai/Juni) ist jedoch meist vergleichsweise groß, so dass die Gefahr von N-Verlagerungen oder im ungünstigsten Fall von Auswaschung besteht. Die üblicherweise schnell ablaufende Umwandlung größerer N-Mengen aus der Gülle in leicht verfügbaren Nitratstickstoff stellt einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor dar. Luxuskonsum von Stickstoff mit all seinen negativen Begleiterscheinungen ist die Folge. PIADIN® lässt die Gülle zu einem berechenbaren N-Dünger werden. Der Nitrifikationsprozess wird temporär gehemmt, was zu folgenden pflanzenbaulichen Vorteilen bei hoher Umweltverträglichkeit führt:
Ø Weniger Arbeit, weil größere Güllemengen ohne Gefahr eines zu hohen Nitratangebotes für die Pflanzen ausgebracht werden können.
Ø Variabler Ausbringungstermin, weil der Stickstoff als Ammonium-N in der Ackerkrume stabilisiert wird und somit ohne wesentliche Verluste vor dem eigentlichen Hauptbedarf der Pflanzen ausgebracht werden kann.
Ø Mehr Ertrag, weil die Stickstoffausnutzung verbessert wird und sich die Pflanzen jederzeit bedarfsgerecht aus dem Ammonium-N-Vorrat ernähren können (kein Luxuskonsum).
Ø Geringeres Risiko von Stickstoffverlusten, weil der stabilisierte Stickstoff in der Krume verbleibt und die Ammoniakverluste in der kalten Jahreszeit am geringsten sind.
Sollten Sie noch Fragen haben, rufen Sie einfach an.
SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH
Landwirtschaftliche Anwendungsforschung Cunnersdorf
Anwendungsforschung Cunnersdorf:
Tel: +49 34291-80202
Verkauf Düngemittel Piesteritz:
Tel: +49 3491/68-2231 (traditionelle Düngemittel)
Tel: +49 3491/68-4851 (N-stabilisierte Düngemittel und PIADIN)
Die vorliegende Empfehlung soll Ihnen Hinweise für die N-Düngung geben, ist jedoch nicht als Ersatz für die landesüblichen Düngungsprogramme anzusehen. Sie sind bezüglich N-Menge und Zeitpunkt an die jeweiligen Standortbedingungen anzupassen.