17.09.2008
Stellen Sie sich vor, Sie sind der größte Ammoniak- und Harnstoffproduzent Deutschlands, haben 180 Meter Elbehafen vor der Tür, 31 km Gleise auf dem eigenen Gelände und die Autobahn Berlin/München nebenan. Und Sie haben noch 30 ha freie Industriefläche. Würden Sie dann nicht auch nette Nachbarn suchen?
Mehr als 30 Firmen sind der Einladung der SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH bereits gefolgt und haben sich auf dem 200 ha großen Areal des Agrochemie Parks niedergelassen, darunter die Agrolinz Melamine International Deutschland GmbH. Seit vier Jahren produziert sie eigenen Angaben zufolge im modernsten und größten Melamin-Werk Deutschlands. Melamin ist ein pulverförmiger Rohstoff, der weltweit vor allem für Harze, Pressmassen, zur Oberflächenbeschichtung oder in der Textil- und Papierveredelung verwendet wird. Piesteritz sei als Vorzugsstandort im Rahmen einer europaweiten Suche ausgewählt worden, teilte das Unternehmen mit. Die für die Melamin-Produktion erforderlichen Vorprodukte Ammoniak und Harnstoff liefert die benachbarte SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH. Beide Unternehmen profitieren von Synergieeffekten genauso wie von den Straßen-, Schienen-, und Wasserwegeanbindungen am Standort. "Wenn es die Elbe erlaubt, transportieren wir Dünger auch per Schiff und steuern im Jahr rund 30 bis 40 Häfen in Deutschland, Frankreich und Belgien an", sagt Irmgard Kohllöffel, Logistikverantwortliche der SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH.
Deutschlands größter Ammoniak- und Harnstoffproduzent stellt am Standort nicht nur Spezialitäten der Agro- und Industriechemie her, sondern entwickelt als Flächeneigentümer auch den Agro-Chemie Park Piesteritz weiter. Einer der jüngsten Partner, den SKW Piesteritz für den Standort gewonnen hat, sind die Stadtwerke Leipzig. Im vergangenen Jahr haben sie mit dem Bau eines knapp 60 Mio. Euro teuren Biomasseheizkraftwerks auf Basis von Waldrestholz begonnen. Die Fertigstellung ist für das kommende Jahr geplant. Das Heizkraftwerk ist als Anlage mit 20 Megawatt konzipiert und wird jährlich ca. 157.000 Megawattstunden Strom liefern und circa 115.000 Tonnen Dampf im Jahr an das benachbarte Stickstoffwerk abgeben.
Dafür werden rund 140.000 Festmeter Holz jährlich benötigt. Nach Aussage der Stadtwerke wird ausschließlich Waldrestholz genutzt, das bei Holzeinschlag oder Durchforstung anfällt. Langfristige Verträge mit staatlichen und privaten Forstbetrieben seien gesichert.
Unterzeichnet sind die Verträge mit der ENERGO Piesteritz GmbH & Co. KG, einem weiteren Investor, sagt Rüdiger Geserick, Vorsitzender der Geschäftsführung der SKW Stickstoffwerke Piesteritz. In dem Werk sollen im Stoffverbund mit der Biodieselanlage der Neckermann Renewables Wittenberg GmbH aus dem anfallenden Rapskuchen einmal Proteine hergestellt werden.
Ansprechpartner:
SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH
Carsten Franzke
Möllensdorfer Straße 13, 06886 Lutherstadt Wittenberg
Tel.: +49 34 91/68-0; Fax: +49 34 91/68-43 00
Carsten.Franzke@skwp.de
17.09.2008 - IMG Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH