Getreide und Raps konnten in Abhängigkeit vom Aussaatzeitpunkt im Herbst in der Regel normale bis üppig entwickelte Bestände aufbauen. Ausnahmen bilden zum Teil spät gedrillter Weizen, der sich durch die Trockenheit im November nicht ausreichend entwickeln konnte, und Raps, insbesondere nach Wintergetreide mit Stroheinarbeitung, der schon im Oktober sichtbar unter N-Mangel litt. Das Wurzelsystem ist nach der Trockenheit im Spätherbst gut entwickelt. N-Überhänge an mineralischem Stickstoff und Schwefel nach geringeren Ernten wurden durch das Herbstwachstum meist weitestgehend aufgezehrt. Aber auch die Stickstoff- und Schwefel-Verlagerungsgefahr aus dem Krumenbereich nach den starken Niederschlägen zu Herbstbeginn (Norden) und im Dezember und Januar war und ist groß. Aufgrund der guten Mineralisierungsbedingungen wurde leicht verfügbarer organisch gebundener Stickstoff in hohem Maß schon im Herbst freigesetzt. Aus den vorgenannten Gründen ist nicht damit zu rechnen, dass den Pflanzen zu Vegetationsbeginn ausreichend Stickstoff und Schwefel aus dem Bodenvorrat zur Verfügung steht. Günstige Befahrbarkeitsbedingungen können jedoch aufgrund der meist gut entwickelten Bestände zunächst abgewartet werden.