PIAGRAN® 46 - Wirkprinzip

PIAGRAN® 46 ist leicht wasserlöslich, frei von Ballaststoffen und hinterlässt keine Rückstände im Boden.


Pflanzenbaulich wird dem Harnstoff eine verhalten langsame N-Wirkung nachgesagt. Die Umwandlung in die sofort pflanzenverfügbare Ammonium-N-Form erfolgt jedoch sehr schnell. Nach AMBERGER u. VILSMEIER (1980) werden für diesen Prozess bis 4 Tage bei einer Bodentemperatur von 2 °C und nur 2 Tage bei einer Bodentemperatur von 10 °C benötigt. Die sofort nach der Düngung einsetzende ammoniumbetonte Pflanzenernährung (FUCHS, 2000) hat zur Folge, dass Harnstoff gedüngte Bestände im Gegensatz zu Nitrat gedüngten nicht mit einem sofortigen Farbwechsel reagieren.


Zum einen nehmen sie über Austauschprozesse (Sorption des Ammoniums an den Tonmineralien) nur soviel Stickstoff auf, wie für eine ausreichende Pflanzenernährung notwendig ist. Zum anderen wird Ammonium in der Pflanze direkt in Eiweißverbindungen eingebaut.


Nitrat dagegen wird nach der Düngung in größeren, oft über den Bedarf hinausgehenden Mengen (Luxuskonsum) aufgenommen und kann erst nach dem energieintensiven Vorgang der Nitratreduktion in Eiweißverbindungen eingebaut werden. Dieser hohe Energiebedarf löst eine verstärkte Chlorophyllbildung und damit verbundenen Farbumschlag aus.


Die sich auch bei Harnstoffdüngung anschließende schrittweise Umwandlung des Ammoniumstickstoffes zu Nitrat bewirkt neben einer sehr ausgeglichenen Düngewirkung gleichzeitig eine Verringerung des Verlustrisikos. Im zeitigen Frühjahr ausgebracht, wirkt Harnstoff doppelt sicher, da die Umsatzgeschwindigkeit zu Nitrat (nach AMBERGER u. VILSMEIER 50 % in 6 Wochen bei 5 °C, in 1 Woche bei 20 °C) bei tiefen Temperaturen verlangsamt ist, sich die Pflanzen über Ammonium-N ausreichend ernähren können und der Stickstoff nicht als Nitrat ausgewaschen werden kann.

 

Hohe N-Effizienz

Die von einer Vielzahl von Versuchsanstellern festgestellte gleiche Düngewirkung von Harnstoff im Vergleich zu KAS hat ihre Ursache in einer adäquaten N-Bereitstellung für die Pflanzen. Auch die N-Verluste unter Freilandbedingungen sind annähernd gleich. Neueste Untersuchungen der TU München (WEBER et al., 2000) mit modernsten Messmethoden über einen dreijährigen Zeitraum zeigen nur geringe und annähernd gleiche Ammoniakverluste der N-Formen unter praxisgerechten Bedingungen. Lediglich bei extrem hohen Temperaturen und Trockenheit (Tagesmitteltemp. >15 °C, wenig bzw. kein Niederschlag) wurden bei Harnstoffdüngung (Winterweizen, 80 kg/ha N) um 3 kg/ha höhere NH3-Verluste als bei KAS festgestellt. Werden in die Betrachtung die ca. doppelt so hohen N2O-N Verluste aus Ammoniumnitrat gegenüber Harnstoff (MOSIER et al. 1993, EICHNER 1990) und das größere Nitratverlagerungspotential eines Nitratdüngers einbezogen, sind die Gesamt-N-Verluste der Mineraldünger vergleichsweise gering und zwischen den N-Formen nahezu gleich.

 

Anwendungsempfehlungen

Optimale Bedingungen für eine Harnstoffdüngung sind keine Ausnahme sondern eher die Regel. Unter fast allen Boden-, Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnissen ist eine sehr gute Ertragswirksamkeit von PIAGRAN® 46 zu verzeichnen. Lediglich auf sehr leichten Böden (BWZ unter 30), auf Böden mit pH-Werten über 7,5 und bei extremer Trockenheit sollte PIAGRAN® 46 bevorzugt zur Krumendüngung angewendet werden, wobei ein leichtes Einarbeiten vor der Saat zu empfehlen ist. Auf Grünland sollte Harnstoff auf Grund der extrem hohen biologischen Aktivität und dem fehlenden Kontakt zu den Sorptionsteilchen des Bodens bevorzugt zur ersten Gabe oder unter feuchten Bedingungen (Beregnung oder nachfolgender Niederschlag) eingesetzt werden.